Wir versorgen Kneipen / Bars / Restaurants mit Neureuter Bier / Schnaps uvm.

Sie besitzen eine Kneipe / Bar / Restaurant und möchten Ihre
Getränkeauswahl um lokale Bier- und Schnapssorten aus unserer sympathischen Craft-Bier Brauerei erweitern?

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Online-Shop der Neureuter Braumanufaktur

Habt ihr bei den ganzen Artikeln rund um das Getränk Bier auch durst bekommen?
Dann besucht uns auf unserem eigenen kleinen Online-Shop der Braumanufaktur. In unserem Sortiment findet sich nicht nur Bier von Pils bis Schokolade sondern auch eine große Auswahl an Schnäpsen wieder.

Klaus, der Chef und Inhaber der Neureuter Braumanufaktur feilt ständig an neuen Errungenschaften, wie Biernudeln, verschiedene Rubs bzw. Gewürzmischungen oder Senf- und Bier-Ketchup.

Außerdem werden in naher Zukunft wieder die gefragten Braukurse beginnen, wo Klaus in einem mehrstündigen Kurs zeigt, wie Ihr euer eigenes Bier brauen könnt. (Fahren danach nicht mehr empfohlen) 😉

Wir freuen uns über euren Besuch:
https://shop.braumanufaktur-neureut.de/

Falls Ihr in Karlsruhe oder Umgebung wohnen solltet, empfiehlt sich ein persönlicher Besuch in der Braumanufaktur. Dort können die meisten Artikel des Sortiments probiert werden und von Klaus bekommt Ihr dann auch eine professionelle Beratung!

Obergärige und untergärige Hefe

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Eine der im Zusammenhang mit Bier häufigsten gestellten Fragen ist die Unterscheidung hinsichtlich obergärigen und untergärigen Bierstilen. Formal betrachtet hängt die Zuordnung, ob obergärig oder untergärig, vom verwendeten Hefestamm ab. Der verwendete Hefestamm entscheidet allerdings nicht nur über die Bierart, also ob ober- oder untergärig, sondern verleiht jeder Biersorte ihren eigentypischen Charakter.

Die unterschiedlichen Sprossverbände

Obergärige und untergärige Hefen (international sind die Bezeichnung Ale- und Lagerhefe üblich) unterscheiden sich hinsichtlich der sogenannten Sprossung. Bildlich betrachtet lässt sich das wie folgt erklären: Unter einem Mikroskop sieht die Hefe wie eine kleine Kugel aus. In der Bierwürze vermehrt sich diese Hefe, so dass ein Sprossverband (oder auch Zellverband) entsteht, den man sich wie eine Perlenkette vorstellen kann. Bei der untergärigen Hefe zerfallen diese Sprossverbände nach nur wenigen Teilungen. Das bedeutet, dass im Vergleich zur obergärigen Hefe die Sprossverbände kleiner sind. In diesen Sprossverbänden lagert sich CO2 an, welches von den Hefezellen abgeschieden wird. Die obergärige Hefe wird somit aufgetrieben und steigt bei der offenen Gärung nach oben, was ungefähr mit einem Windstoß vergleichbar ist, der unter eine Plane bläst und diese in die Höhe wirbelt (daher auch obergärige Hefe). Bei der untergärigen Hefe sind die Sprossverbände aber nicht so komplex wie bei der obergärigen Hefe, so dass sich dort nicht genügend CO2 ablagern kann um auch diese Hefe aufzutreiben. Stattdessen sinkt sie während der Gärung nach unten. Diese Unterscheidung führt zu den Bezeichnungen der untergärigen und obergärigen Hefen.

Der Temperaturunterschied der untergärigen und obergärigen Hefe

Während untergärige Hefe bei kühleren Temperaturen von 8 – 20 °C (hängt stark vom Hefestamm ab) arbeitet und sich im Laufe der Gärung auf den Boden absetzt, wird obergärige Hefe zwischen 14 – 25 °C in der Bierwürze aktiv (ebenfalls stark vom verwendeten Hefestamm abhängig). Eine Wärmeregulierung ist aber auch bei obergäriger Hefe notwendig, da sie bei zu hohen Temperaturen (ca. ab über 25 °C) anfängt zu denaturieren, sie wird also zerstört. Grundsätzlich gilt: je höher die Temperatur, desto gestresster arbeiten die Hefen. In Folge dieser Stressung scheiden Hefen vermehrt Gärungsnebenprodukte aus, die sich auf den Geschmack des jeweiligen Bieres auswirken.

Experteninterview zum Thema untergäriger und obergärgiger Hefen:

 

Der Geschmack durch untergärige und obergärige Hefen

Der geschmackliche Unterschied beider Hefestämme resultiert überwiegend durch Gärungsnebenprodukte, die, je höher die Temperatur ist, von den gestressten Hefen ausgeschieden werden. Da obergärige Hefe bei höheren Temperaturen arbeitet, scheidet obergärige Hefe im Durchschnitt betrachtet auch mehr Gärungsnebenprodukte aus. Besonders beim Weißbier lassen sich diese Gärungsnebenprodukte geschmacklich wahrnehmen. Es enthält unter anderem unterschiedliche Phenole und Ester (der charakteristische Bananengeschmack wird durch Ester verursacht). Isoamylacetat wird beispielsweise überwiegend nur von obergärigen Hefen ausgeschieden. Auch wenn immer Ausnahmen möglich sind (so gibt es beispielsweise bestimmte Kölsch-Stämme oder Ale-Hefen die kaum solche Ester ausscheiden), haben obergärige Hefen in der Regel mehr von den entsprechenden Genen, und scheiden mehr Gärungsnebenprodukte aus. Untergärige Biere schmecken somit in der Regel klar definierter, wodurch schon kleine Braufehler geschmacklich wahrgenommen werden und eben nicht durch die Gärungsnebenprodukte verdeckt werden können. Die Unterscheidung zwischen obergäriger und untergäriger Hefe allein ist nicht ausreichend, da beide Hefestämme weiter hinsichtlich des Flockungsverhaltens in Staubhefen und Bruchhefen unterteilt werden können. Staubhefen klären bzw. sedimentieren im Vergleich zu Bruchhefen langsamer, was meist einen höheren Vergärungsgrad nach sich zieht, also einen höheren Anteil der vergärbaren Zucker am Gesamtextrakt. Niedrig vergorene Biere, bei denen also noch ein relativ hoher Anteil an vergärbarem Zucker vorhanden ist, haben einen würzigen und süßlichen Geschmack bei geringerem Alkoholgehalt. Biere mit einer höheren Vergärung weisen dementsprechend tendenziell einen höheren Gehalt an Alkohol auf. Weitere Nebenprodukte der Hefeaktivität führen dazu, dass die Hefe nicht nur für den Alkohol- und Kohlensäuregehalt verantwortlich ist, sondern auch einen hohen Anteil am Aromaprofil besitzt. Der Hefestamm und die Gärtemperatur beeinflusst also auch Geruch, Geschmack, den Körper des Bieres, die Bittere und den Schaum. Obergärige Biere sind gemeinhin als aromatischer zu bezeichnen als untergärige Biere, wobei ein Aromaprofil selbstverständlich nicht nur von der Hefe, sondern auch von Hopfensorten, Hopfenmenge, Malzsorten, Malzmenge, sonstigen Hinzugaben (bspw. Koriander beim Witbier) und dem Braustil abhängig ist.

Obergärige und untergärige Bierstile

Obergärig Untergärig
Altbier Bockbier (bis auf Weizenbock)
Amber Ale Helles
American Wild Ale Kellerbier
Barley Wine Zwickelbier
Belgian Strong Ale Lagerbier
Berliner Weisse Märzen
Braggot Pilsner Bier
Brown Ale Schwarzbier
Dubbel Export
Flanders Red Ale
Kölsch
Pale Ale
Porter
Quadrupel
Stout
Tripel
Weißbier
Witbier

 

Können Biere sowohl unter- als auch obergärig gebraut werden?

Viele Weißbiere werden tatsächlich mit untergärigen Hefen und obergärigen Hefen gebraut. Die Hauptgärung verläuft zwar obergärig, aber um im Bier noch Hefe zu haben werden zusätzlich auch untergärige Hefen verwendet die auch die Trübung hervorrufen. Grundsätzlich können unterschiedliche Hefen miteinander vergoren werden, vor allem wenn sie unterschiedliche Eigenschaften haben. So gibt es viele obergärige Biere, bei denen zum einen eine obergärige Hefe verwendet wird, die einen hohen Vergärungsgrad hat, die also viel Extrakt innerhalb der Würze „frisst“ und Alkohol herstellen kann, und bei denen zum anderen auch eine weitere obergärige Hefe verwendet wird, um bestimmte geschmackliche Eigenschaften realisieren zu können.

QUELLE: https://craftbeer-revolution.de/

Trappistenbier

Beim Trappistenbier handelt es sich um ein von Trappistenmönchen gebrautes Bier. Nur wenn dieses Klosterbier von Trappistenmönchen in einem Trappistenkloster, oder in unmittelbarer Nähe eines solchen Klosters gebraut wurde, darf es als Trappistenbier deklariert werden und das Qualitätssigel der internationalen Trappistenvereinigung tragen. Der Großteil des Erlöses aus dem Bierverkauf muss für soziale Zwecke verwendet werden.… Weiterlesen Trappistenbier

Eine kurze Geschichte des Bieres

Von Michael Schmidt

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Wie lange trinken die Menschen schon Bier? Was war das erste Bier der Welt? Die Frage ist schwer zu beantworten. Sicher ist jedoch: Bier ist sehr, sehr alt. Die ältesten Überreste eines Bier-ähnlichen Getränks (es war wohl ein Reiswein-Bier-Hybrid) wurden in Jiahu, Nord-China entdeckt. Das Gebräu war mehr als 9.000 Jahre alt.

Die Babylonier

Bier ist vielleicht nicht so alt, wie der Mensch selbst. Doch bierähnliche, vergorene Getränke waren schon immer ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Zivilisation. Die alten Babylonier zum Beispiel kannten 20 verschiedene Sorten. Darunter Schwarzbier, Rotbier, süßes Bier, saures Bier und sogar „Bier, um schlank zu werden“ (wir stellen uns darunter so eine Art babylonisches Session-Bier vor…).

Die Sumerer und die Ninkasi-Hymne

Vor ihnen galten die Sumerer als Hochkultur des Bierbrauens. Welchen Stellenwert das Bier bei den Sumerern hatte, wird in der „Ninkasi Hymne“ deutlich. Dort wird Ninkasi, die Göttin des Bierbrauens, in höchsten Tönen gelobt. Doch nicht nur das: die Hymne enthält auch eine anschauliche Beschreibung des Brauvorgangs zu Zeiten der Sumerer. Hochinteressant also, um zu erfahren, wie die Braukunst unserer Vorfahren aussah. Datiert wird die Ninkasi-Hymne auf ca. 1800 v. Chr.

Deutschlands erstes Bier

Der älteste Nachweis von Bier in Deutschland reicht bis ca. 800 v. Chr. zurück. In Kasendorf bei Kulmbach fand man Bieramphoren aus dieser, auch als Hallstattzeit bekannten, Epoche. Man muss jedoch davon ausgehen, dass die Gebräue damals noch relativ wenig mit dem zu tun hatte, was wir heute Bier nennen. Es wurde viel mit Gewürzen, Honig oder Weintrauben gearbeitet, kultivierter Hopfen war noch nicht bekannt. Erst im 8. Jahrhundert n. Chr. wurde zum ersten mal Hopfen als Würz-und Haltbarkeitsmittel beim Bierbrauen eingesetzt.

Bier als Bezahlung

Bier galt in vielen Kulturen nicht nur als Grundnahrungsmittel, sondern auch als Währung. Im alten Ägypten zum Beispiel wurden die Sklaven ausschließlich mit Bier bezahlt. Man könnte also sagen: Keine Pyramiden ohne Bier! Auch viel später noch diente Bier als Zahlungsmittel. Belgischen Feldarbeitern beispielsweise  standen ganze fünf Liter Bier am Tag zu.

Bierbrauen im Mittelalter

Das Bierbrauen war lange Zeit „Hausarbeit“. Bis ins späte Mittelalter befand sich die Braustätte in der Regel in der heimischen Küche, wo die Frauen aus Getreide Brot backten und Bier brauten. Der Braukessel gehörte damals noch zur Mitgift und es war nicht unüblich, dass sich die Hausfrauen zu einem „Bierkränzchen“ verabredeten – ähnlich dem heutigen Kaffeekränzchen. Die Ausnahme bildeten die Klöster, wo Bier im „größeren“ Stil gebraut wurde. Erst im Laufe der Zeit fand das Bierbrauen den Weg aus der Küche und aus den Klöstern hinaus in eigenständige Brauereien.

Rekonstruktion alter Bier-Rezepte

Woher weiß man so viel über die lange Geschichte des Bieres? Ganz einfach: Bierbrauen ist ein Handwerk, das einer minutiösen Planung bedarf. Man benötigt Rezepte und muss Erfahrungen dokumentieren, um Fehler zu vermeiden. Viele solcher Schriften sind heute noch erhalten.  Eine berühmte Craft-Brauerei, die sich das zunutze macht, ist Dogfish Head aus den USA. Hier werden in Zusammenarbeit mit Archäologen uralte Rezepte rekonstruiert und tatsächlich nachgebraut. Das vielleicht bekannteste Bier aus dieser Reihe ist das „Midas Touch“, das dem Bier nachempfunden ist, das in König Midas’ Grabkammer gefunden wurde. Verwendet wurde bei Dogfish unter anderem Honig, Safran, Traubensaft, Gerstenmalz und Hopfen mit relativ niedrigem Alphasäure-Gehalt.

Hefe, die unbekannte Zutat

Um die geschichtliche Entstehung des Bieres zu verstehen, ist ein Aspekt von besonderer Bedeutung: Bier ist völlig anders als Wein. Wein „passiert“, Bier muss „geschaffen“ werden. Genau deshalb wurde der Brauer (der in vielen Kulturen übrigens überwiegend weiblich war) als eine Art Halbgott verehrt. Der Brauer war ein Schöpfer eines bewusstseinserweiternden und extrem schmackhaften Getränks und somit eine Schlüsselfigur der Gesellschaft. Darüber hinaus wussten unsere Vorfahren noch nichts von Hefe. Der Gärungsprozess hatte also eine gewisse magische, quasi-religiöse Komponente.

Fazit:

Die Entwicklung unseres Lieblingsgetränks bis heute in all seinen Stationen nachzuvollziehen,  ist ein immenses Unterfangen. Zahlreiche Historiker haben dies bereits ausführlich getan und wer sich wirklich eingehend mit dem Thema beschäftigen will, dem empfehlen wir das Buch „The Brewer’s Tale“ von William Bostwick.

Quelle: https://craftbeer-revolution.de/

Das Problembier

Es schäumt zu stark und schmeckt herber als am Boden. Von einem Bierchen im Flugzeug ist manch ein Passagier enttäuscht. Die Airlines reagieren darauf – und brauen Sorten mit exotischen Früchten.

Der Craft-Beer-Hype hat den Himmel erreicht. Die Fluggesellschaft Cathay Pacific hat einen Gerstensaft entwickelt, der den Passagieren auch in über 10.000 Metern Höhe schmecken soll. Wie bitte? Sie finden, das war gar nicht nötig? Sie mögen Heineken aus der Dose auch im Flug? Dann kann mit Ihren Geschmacksnerven etwas nicht stimmen.

Schließlich ist gründlich erforscht, dass Bier beim Fliegen mal so gar nicht geht. Und zwar unter anderem von Mikkel Borg Bjergsø. Der dänische Bierbrauer („Mikkeller“) – und nicht nur er – hat laut der „New York Times“ immer wieder festgestellt, dass dominante Geschmäcker wie Bitterkeit auf Flügen besonders stark hervortreten. Für ein wohlschmeckendes Bierchen auf Flugreisen brauche man „also weniger Hopfen zu Beginn des Brauprozesses“, sagt Bjergsø, der seit 2014 für SAS arbeitet und bereits zehn flugfähige Sorten für die skandinavische Airline erfunden hat.

Nun legt Cathay Pacific nach. Die asiatische Airline mit Sitz in Hongkong will sich für ihr neues Getränk ebenfalls „wissenschaftlicher Erkenntnisse und traditioneller Braumethoden“ bedient habe, heißt es in einer Pressemitteilung. „Es ist kein Geheimnis, dass Flughöhe und Luftdruck die Geschmackssinn der Passagiere beeinflussen“, schreibt die Airline.

So lässt es sich auch erklären, dass viele Menschen zu Tomatensaft-Junkies werden, sobald sie an Bord eines Flugzeugs gehen. In großen Höhen wird nämlich der sogenannte fünfte Geschmackssinn Umami verstärkt angesprochen – und das Empfinden für Süße und Salziges sinkt um bis zu 30 Prozent, wie das Fraunhofer Institut 2010 in einer Studie herausfand.

Craftbeer im Flugzeug: Longanfrucht, Honig und Fuggles-Hopfen

Mit einer Kombination aus speziellen Zutaten, Aromen und der perfekten Menge an Kohlensäure könne man ein Ergebnis erreichen, das sowohl am Boden als auch in der Luft schmeckt. Ein Problem ist nämlich, dass Bier aufgrund des Luftdrucks stark schäumt, wenn man es in der Kabine trinkt.

Longanfrucht und Fuggles-Hopfen

Betsy Beer heißt das Getränk, das die Airline ihren Premiumgästen seit Anfang März anbietet – serviert wird es zunächst in der First und Business Class auf Flügen von Hongkong nach Großbritannien. Aber was ist drin? Nicht nur das Übliche: Gerste und Malz.

Laut der Airline kommen Zutaten aus Hongkong und aus Großbritannien in den Kessel: die an den Geschmack der Litschi erinnernde Longanfrucht, Honig aus den New Territories im Norden von Hongkong sowie Fuggles-Hopfen, der vielen englischen Ales einen charakteristischen Geschmack gibt.

Bei allem Verständnis für die Bier liebenden Mitreisenden: Man könnte sich auch wichtigere Innovationen für den Genuss an Bord vorstellen. Nudeln, die auch über den Wolken al dente sind zum Beispiel. Und Butter, die im Flieger nicht als Eisklotz serviert wird. Oder haben Sie es etwa schon mal geschafft, das steinharte Streichfett auf Ihr pappiges Brötchen zu bekommen, ohne dass dies danach wie massakriert aussah?

 

Quelle: Spiegel Online

 

Was Weizenbier mit Reiswein gemeinsam hat

Die Hefesorten in einigen Bieren sind besonders vielfältig, konnten Forscher in einer Studie nachweisen. Dabei machten sie eine interessante Entdeckung: Ausgerechnet das urbayerische Weizenbier könnte seinen Ursprung in Asien haben.

Internationale Gruene Woche - Biersorten

Wer lieber Wein statt Bier trinkt, gilt gemeinhin als besonders kultiviert – Craft-Bier-Trend hin oder her. Zudem bietet der Wein mit unzähligen Rebsorten und unterschiedlichen Wetter- und Bodenverhältnissen sicher mehr Vielfalt. Anders sieht es aber bei der Hefe aus – hier liegt das Bier vorne, zumindest bei obergärigen Bieren wie Kölsch, Alt, Weizenbier oder dem englischen Ale.

Dies hat eine Gruppe von Genetikern um José Paulo Sampaio von der Universidade Nova de Lisboa in Caparica in Portugal herausgefunden. Die Forscher analysierten das komplette Genom von 90 Hefestämmen der Bier- und Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae und entdeckten, dass die meisten obergärigen Bierhefen eine eigene Gruppe (Klade) bilden. Die am häufigsten verwendeten Bierhefen für Weizenbiere sind hingegen eng mit den Hefen für den japanischen Reiswein Sake verwandt.

„Wir waren überrascht, dass die genetische Vielfalt von Bierhefe sehr viel größer ist als bei Weinhefen“, wird Sampaio in einer Mitteilung der Fachzeitschrift „Current Biology“ zitiert, in der die Studie erschienen ist. Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass Weinhefen überall auf der Welt sehr ähnlich sind und eine Gruppe von Saccharomyces-cerevisiae-Stämmen bilden. Diese Gruppe steht wiederum wilden Stämmen, die in Eichen des Mittelmeerraumes zu finden sind, recht nahe.

US-Ale-Biere ähnlich wie Weinhefen

Die Genome der obergärigen Bierhefen stammen vermutlich aus mehreren Quellen, stellen also eine Mischung aus verschiedenen Hefestämmen dar. Die Wissenschaftler identifizierten eine Gruppe der Bierhefen mit drei Untergruppen: Hefen der Alt- und Kölschbiere, Hefen der englischen und irischen Ale-Biere sowie Hefen der Weizenbiere.

Die Hefe einiger amerikanischen Ale-Biere gehört stammesgeschichtlich zu den Weinhefen. Obergärige Biere benötigen für die Fermentation eine Temperatur von etwa 18 bis 25 Grad Celsius. Für untergärige Biere wie Pilsner wird eine andere Saccharomyces-Art verwendet, der Brauprozess findet bei 5 bis 15 Grad Celsius statt.

Überrascht waren die Forscher von dem Ergebnis, dass die Stämme TUM 68 und TUM 127 asiatischen Ursprungs sind. Diese beiden Stämme werden weltweit beim Brauen von Weizenbier am häufigsten eingesetzt. TUM 68 bewirkt die alkoholische Gärung bei 90 Prozent der bayerischen Weizenbierproduktion. Genetisch sind die beiden Stämme am nächsten mit den Hefen verwandt, die bei der Herstellung des japanischen Sake genutzt werden. Obwohl Sake im Deutschen als „Reiswein“ bezeichnet wird, ist sein Herstellungsprozess dem Bierbrauen ähnlicher als der Weinerzeugung.

Mathias Hutzler vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität in Freising, einer der Co-Autoren der Studie, hat aufgrund des Ergebnisses im eigenen Institut recherchiert. Er fand heraus, dass bereits in den Fünfzigerjahren in Weihenstephan mit TUM 68 gearbeitet wurde. „Dem Ursprung dieser Hefe würde ich gerne auf den Grund gehen“, sagt Hutzler. Denn mehr als die Aussage, dass ein früherer Forscher des Instituts Verbindungen nach Japan hatte, hat er noch nicht herausgefunden. Das Forschungszentrum Weihenstephan gehört zur Technischen Universität München (TUM) und vertreibt Hefestämme weltweit.


Von Stefan Parsch, dpa/joe
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hefeanalyse-weizenbier-und-reiswein-sind-sich-aehnlich-a-1115908.html

Wo die Deutschen am meisten Bier kaufen

Bier liegt wieder im Trend, zum 500. Jahrestag des Reinheitsgebots vermisst der Nielsen-Bieratlas den deutschen Markt: Wie viel wird in Ihrer Region verkauft – und was kostet es?

Viele Deutsche sind darauf mindestens so stolz wie auf das „Made in Germany“: das Reinheitsgebot von 1516. Genau genommen ist es eine bayerische Erfindung. Am 23. April – also vor 500 Jahren – erließ Herzog Albrecht IV. eine Vorschrift, die heute als das älteste Lebensmittelgesetz der Welt gilt. Zum Bierbrauen dürfe allein Wasser, Hopfen und Malz verwendet werden, verfügte der Regent.

Zwar war dies nicht die erste derartige Brauvorschrift in Deutschland, zudem galt sie keineswegs durchgehend. Erst 1906 wurde das Reinheitsgebot Reichsgesetz. Gefeiert wird das Jubiläum dennoch prominent: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird zum Festakt erwartet, der im bayerischen Ingolstadt stattfindet.

Zum Feiern war vielen Brauern in den vergangenen Jahrzehnten allerdings selten zumute. Immer weniger Bier tranken die Deutschen. Waren es 1976 noch 151 Liter, die jeder Bundesbürger in einem Jahr konsumierte, waren es 2015 noch 106 Liter – erneut ein Liter weniger als im Vorjahr.

Und dennoch ist eine Trendwende erkennbar – zumindest was den Verkauf im Einzelhandel betrifft: Im vergangenen Jahr wurden 1,5 Prozent mehr Bier und Biermixgetränke im deutschen Handel verkauft als noch 2014, wie eine Auswertung der Marktinformationsfirma Nielsen zeigt. Allerdings hatte das Jahr 2015 auch 53 Kalenderwochen, eine mehr als das Jahr zuvor. „Ohne diese zusätzliche Woche würde der Markt stagnieren“, sagt Marcus Strobl, Nielsen-Experte für den Biermarkt. Rückläufig sind die Verkaufszahlen aber nicht mehr.

76 Liter schleppte jeder Deutsche im Schnitt in Flaschen, Dosen oder Fässern im vergangenen Jahr aus den Läden. In dieser Statistik sind allerdings auch Kinder und Abstinenzler eingerechnet, der durchschnittliche Biertrinker kauft also noch mehr.

„Altbewährtes liegt im Trend“, sagt Nielsen-Experte Strobl. Traditionelle Sorten wie Helles oder Spezialitätenbiere werden deutlich öfter gekauft. Doch auch Pils legte um 1,4 Prozent im Verkauf zu – mit 3,2 Milliarden Litern ist es die mit Abstand meistverkaufte Biersorte in Deutschland. Das gilt für fast alle Regionen – bis auf zwei Ausnahmen: Nur in Oberbayern mit der bayerischen Landeshauptstadt München und im bayerischen Schwaben bevorzugen die Biertrinker Helles.

Nielsen hat die Kaufgewohnheiten – und die Durchschnittspreise – der Deutschen beim Bier im vergangenem Jahr ausgewertet. Ergebnis ist ein Bier-Atlas – aufgeteilt nach den sogenannten Nielsen-Micro-Regionen.

Die Ergebnisse sind überraschend: Ganz vorne liegen weder die Bayern noch die Rheinländer – sondern die Brandenburger. Dort ist ein Liter Bier mit 1,08 Euro mit am billigsten in Deutschland – nur in Dresden und Chemnitz ist es mit 1,06 Euro noch günstiger. Die Brandenburger kauften denn auch mit 120 Litern pro Kopf am meisten Bier oder Biermixgetränke – mehr als viermal so viel wie etwa die Menschen in der Weinregion Rheinhessen-Pfalz. Unmittelbar daneben geht im Saarland allerdings mit 102 Litern pro Einwohner mehr Bier über den Ladentisch als im Rest Westdeutschlands.

Die Deutschlandkarte des Nielsen-Bieratlas zeigt Ihnen, wie viel Bier in Ihrer Region gekauft wird – und wie viel dafür im Schnitt bezahlt werden muss. Die Nummern für die einzelnen Regionen geben dabei keine Rangfolge an.

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Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/